Inobhutnahme
Eine Inobhutnahme ist meist eine schwierige Situation für alle Beteiligten. Der Anlass ist meist eine sehr schwierige Situation oder eine akute Krise in deiner Familie. So kann es sein, dass die Polizei bei einem ihrer Einsätze deine Situation zu Hause erlebt und zu deinem Schutz das Jugendamt informiert, die dann dazu kommen. Es könnte aber auch sein, dass ein/e Nachbar*in, Lehrer*in oder sonstige Personen in deinem Umfeld die Situation vor Ort gegenüber dem Jugendamt geschildert haben und daraufhin ein/e Mitarbeiter*in (manchmal auch mit Polizei) zu euch nach Hause kommt.
Die Mitarbeiter*innen des Jugendamtes können zu jeder Tages- und Nachtzeit kommen. Die aktuelle Situation wird dann von den Mitarbeiter*innen des Jugendamtes geprüft und eingeschätzt, ob für dich und deine Entwicklung eine akute Gefährdung besteht. Wenn dem so ist, wirst du in Obhut genommen. In den meisten Fällen kommst du dann in eine Inobhutnahme-Gruppe. Hier triffst du Fachkräfte, die dir in dieser schwierigen Situation beistehen, die Verständnis für deine Traurigkeit oder auch Wut haben und dich unterstützen. Hier kannst du erst einmal zur Ruhe kommen. Zusammen mit den Fachkräften der Inobhutnahme, dem Jugendamt und deinen Eltern wird schnell geklärt, welche Hilfe du und/oder deine Eltern benötigen. Es kann sein, dass du von hier aus wieder nach Hause ziehen kannst und dort ambulant betreut wirst. Es kann aber auch sein, dass du für einen mittel-/langfristigen Zeitraum in eine Wohngruppe ziehst.
Die Inobhutnahme ist nur für kurze Zeit eine Unterkunft und soll kein Zuhause ersetzen. Daher ziehen auch immer wieder Jugendliche ein und aus. Es ist entsprechend trubelig in diesen Gruppen.